Diamantbohrer oder Hartmetallbohrer: welchen wählen?

31 August 2025
a black and white photo of a cordless drill

Ein diamantbohrer ist ideal für harte, spröde Materialien wie Feinsteinzeug, während ein Hartmetallbohrer für Beton und Ziegel geeignet ist. Die Wahl hängt von der Präzision und der Art des bearbeiteten Materials sowie vom Budget ab.

Die Wahl des richtigen Werkzeugs zum Bohren von Löchern mit großem Durchmesser ist eine entscheidende Entscheidung, die die Qualität, Geschwindigkeit und die Kosten der Arbeit beeinflusst. Das Dilemma „Diamantbohrer oder Hartmetallbohrer“ ist eines der häufigsten, mit dem sowohl Fachleute als auch Heimwerker konfrontiert sind. Dieser Leitfaden wird Sie durch die wesentlichen Unterschiede, Anwendungen und wirtschaftlichen Aspekte beider Technologien führen, um Ihnen die informierte Entscheidung zu erleichtern.

Aufbau und Funktionsweise von Diamant- und Hartmetallbohrern

Das Verständnis der grundlegenden Unterschiede im Aufbau der beiden Bohrertypen ist der Schlüssel zu ihrer richtigen Anwendung. Obwohl das Ziel dasselbe ist – ein präzises Loch zu bohren – ist der Weg dorthin völlig anders. Die Technologie der Schneidkante bestimmt, in welchen Materialien das Werkzeug effizient und langlebig ist und in welchen es schnell beschädigt wird. Der Aufbau bestimmt den gesamten Schneidprozess.

Diamantbohrer – Präzision des Schleifens

Ein Diamantbohrer schneidet das Material nicht auf traditionelle Weise. Seine Arbeitskante ist mit einer Beschichtung aus synthetischen Diamanten versehen, die mittels Technologien wie Vakuumlöten in ein metallisches Bindemittel eingebettet ist. Während der Arbeit reiben und schleifen die Diamantkörner das Material, anstatt es auszuschneiden. Dieser Prozess ist äußerst präzise und erzeugt minimale Spannungen, was entscheidend ist bei der Bearbeitung spröder und harter Materialien wie Feinsteinzeug, Glas oder Naturstein. Oft ist jedoch eine Wasserabkühlung erforderlich, um Überhitzung und Abnutzung der Beschichtung zu verhindern.

Hartmetallbohrer – Schneidkraft

Ein Hartmetallbohrer, auch als Bohrer aus gesintertem Hartmetall bekannt, funktioniert auf der Basis des Schneidens. Am Umfang sind Zähne aus sehr hartem gesintertem Hartmetall (umgangssprachlich Widia genannt) angebracht. Diese Zähne dringen aggressiv in das Material ein und schneiden es aus. Diese Konstruktion eignet sich hervorragend für Baumaterialien mit geringerer Härte, aber großem Volumen, wie Beton, Ziegel, Hohlblocksteine oder Porenbeton. Oft ist er mit einem Führungsbohrer ausgestattet, der das Werkzeug zu Beginn des Bohrens stabilisiert.

Leistungsvergleich des Bohrens in verschiedenen Materialien

Die Leistung des Bohrers ist direkt mit dem Material verbunden, in dem wir arbeiten. Die Verwendung des falschen Werkzeugs wird nicht nur die Arbeit drastisch verlangsamen, sondern führt fast sicher zu seiner Zerstörung oder Beschädigung der bearbeiteten Oberfläche. Der folgende Vergleich zeigt klar, wo jede Technologie ihre Stärken zeigt, und das Wissen darüber, wofür ein Hartmetallbohrer und wofür ein Diamantbohrer geeignet ist, ist die Grundlage für effizientes Arbeiten.

Bei keramischen Fliesen, insbesondere hartem Feinsteinzeug, ist der Diamantbohrer unübertroffen. Er sorgt für saubere, glatte Kanten ohne das Risiko von Rissen und Absplitterungen. Der Versuch, in diesem Material einen Hartmetallbohrer zu verwenden, endet wahrscheinlich mit Überhitzung und Zerstörung der Fliese. Im Gegensatz dazu wird der Hartmetallbohrer bei Porenbeton, Ziegeln oder keramischen Hohlblocksteinen deutlich schneller und effizienter sein. Seine aggressiven Zähne entfernen schnell das Bohrgut. Der Diamantbohrer kann mit Beton umgehen, der Prozess wird jedoch langsamer und teurer sein. Bei Metallen, insbesondere Stahl, ist keines von beiden eine optimale Wahl – dafür gibt es bimetallische Bohrer (HSS).

Haltbarkeit und Lebensdauer: Welche Bohrer sind wirtschaftlicher?

Bei der Analyse der Wirtschaftlichkeit kann man nicht nur den Anschaffungspreis betrachten. Ein entscheidender Indikator ist die Kosten für das Bohren eines einzelnen Lochs, die sowohl den Preis des Werkzeugs als auch dessen Lebensdauer berücksichtigt. Die Haltbarkeit eines Bohrers hängt von der Qualität seiner Ausführung ab, aber vor allem von der richtigen Nutzung – der richtigen Drehzahl, dem Druck und vor allem der Kühlung, die insbesondere bei Diamantwerkzeugen kritisch ist.

Ein korrekt eingesetzter Diamantbohrer (mit Wasserabkühlung) kann Dutzende, wenn nicht Hunderte von Löchern in sehr hartem Feinsteinzeug bohren und dabei eine hohe Schneidqualität beibehalten. Seine Lebensdauer in den entsprechenden Materialien ist in der Regel deutlich höher als die eines Hartmetallbohrers. Hartmetallzähne können insbesondere beim Kontakt mit härteren Elementen im Beton (z.B. Stein) abbrechen oder splittern. Daher erweist sich das Diamantwerkzeug trotz höherer Anschaffungskosten in professionellen und serienmäßigen Anwendungen oft als wirtschaftlicher auf lange Sicht.

Kosten für Anschaffung und Betrieb: Vergleichsanalyse

Auf den ersten Blick sind Hartmetallbohrer deutlich günstiger als ihre diamantbeschichteten Pendants. Der Preisunterschied kann mehrfach so hoch sein, was sie zu einer attraktiven Wahl für sporadische Renovierungsarbeiten in Baumaterialien macht. Ein professioneller Vergleich zwischen Diamant- und Hartmetallbohrern muss jedoch den gesamten Lebenszyklus des Produkts und die Spezifik des Einsatzes berücksichtigen. Die Betriebskosten sind nicht nur der Preis des Werkzeugs, sondern auch die Arbeitszeit und die Qualität des Finishes.

Die Investition in einen teureren Diamantbohrer amortisiert sich schnell bei häufigen Arbeiten in Fliesen. Die Geschwindigkeit und Präzision des Bohrens sowie das Fehlen von Materialverlusten (gesplitterte Fliesen) erzeugen Einsparungen, die die höheren Anschaffungskosten übersteigen. Bei Bohrungen für Elektroinstallationen in Wänden aus Ziegeln oder Porenbeton ist der Kauf eines günstigen Hartmetallbohrers wirtschaftlich vollkommen gerechtfertigt, da das Diamantwerkzeug in diesem Anwendungsbereich keinen signifikanten Vorteil in der Effizienz bringt und seine Kosten unverhältnismäßig hoch sind.

Wie wählt man den richtigen Bohrer für eine bestimmte Aufgabe aus?

Die endgültige Wahl des Werkzeugs sollte von drei Hauptfaktoren bestimmt werden: der Art des bearbeiteten Materials, der erforderlichen Finishqualität und der Nutzungshäufigkeit. Es gibt keinen universellen Bohrer für alles. Eine bewusste Anpassung der Technologie an die Aufgabe garantiert Erfolg, Zeit- und Geldersparnis. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen und die Frage zu beantworten, welcher Bohrer für Fliesen am besten geeignet ist und welcher für Wände.

  • Für Feinsteinzeug, Terrakotta, Glas, Stein: Definitiv der Diamantbohrer. Er sorgt für saubere Kanten und beschädigt das Material nicht. Denken Sie an die Kühlung mit Wasser, um seine Lebensdauer zu maximieren.
  • Für Beton, Ziegel, Hohlblocksteine, Porenbeton: Hartmetallbohrer (aus gesintertem Hartmetall). Er ist schneller, günstiger und perfekt auf die Spezifik dieser Materialien abgestimmt.
  • Für Holz und Holzwerkstoffe: Verwenden Sie spezielle Holzbohrer (sogenannte Senkbohrer) oder bimetallische Bohrer.
  • Für Stahl und Nichteisenmetalle: Nur bimetallische Bohrer (HSS), die hitzebeständig sind und während des Schneidens von Metall hohe Temperaturen aushalten.

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man mit einem Diamantbohrer trocken bohren?

Ja, es gibt Diamantbohrer, die für trockenes Arbeiten vorgesehen sind und häufig mit Winkelschleifern verwendet werden. Sie haben normalerweise einen speziellen Kühlwachs im Gehäuse, der während der Arbeit schmilzt und die Wärme ableitet. Sie sind jedoch weniger langlebig als die wassergekühlten und für das Bohren von Einzelöffnungen gedacht.

Wozu dient der Führungsbohrer bei einem Hartmetallbohrer?

Der Führungsbohrer hat zwei Hauptaufgaben. Erstens zentriert er den Bohrer und verhindert, dass er beim Bohren auf der Materialoberfläche „rutscht“. Zweitens stabilisiert er das Werkzeug während der Arbeit, um ein gerades und gleichmäßiges Loch zu gewährleisten.

Warum hat der Diamantbohrer das Bohren eingestellt?

Die häufigste Ursache ist das „Verglasen“ oder „Blockieren“ der diamantierten Beschichtung, das durch Überhitzung (fehlende Kühlung) oder Arbeiten bei zu niedrigen Drehzahlen verursacht wird. Das Metallbindemittel verdeckt dann die scharfen Kanten der Diamanten. Das Problem lässt sich manchmal durch das „Schärfen“ des Bohrers lösen, indem man einige Löcher in abrasiven Materialien bohrt, z.B. in einem Sandsteinblock.

Kann man mit einem Hartmetallbohrer in bewehrten Beton bohren?

Das ist höchst unerwünscht. Der Kontakt zwischen dem Hartmetallzahn und der Bewehrungsstange wird fast sicher dazu führen, dass er splittert oder bricht, wodurch das Werkzeug beschädigt wird. Zum Bohren in bewehrten Beton sind spezielle diamantierte Kronenbohrer mit segmentierter Bauweise vorgesehen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Bohrer und einem Kronenbohrer?

Im Alltagsgebrauch werden diese Begriffe oft synonym verwendet. Technisch gesehen sind „Bohrer“ in der Regel Werkzeuge mit kleineren Durchmessern für Feinarbeiten. „Kronenbohrer“ oder „Krone“ sind meist professionelle Werkzeuge mit großen Durchmessern, die in der Diamanttechnik zum Bohren von Durchbrüchen in Decken und Wänden in der Bau- und Installationsbranche verwendet werden.

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